Wenn Haustiere sterben, bleiben sie trotzdem in Erinnerung

Wie Tier und Mensch mit dem Verlust eines tierischen Freundes umgehen

TASSO-Mitarbeiterin mit ihren Hunden. © TASSO
Christiane mit ihren Vierbeinern Nessaja, Chubbs und Ayoka.

Auch wenn es sehr schmerzlich und hart ist – wer ein tierisches Familienmitglied hat, muss sich mit dem Tod seines geliebten Tieres früher oder später auseinandersetzen. Denn unsere tierischen Lieblinge können uns meist nicht das ganze Leben lang begleiten. 

Unsere Kollegin Christiane lebt mit einem Rudel aus sechs Hunden zusammen und musste – durch Krankheit, Unfall oder Alter – schon mehrfach miterleben, wie ihre Vierbeiner gestorben sind. „Wenn ich einen Hund in mein Leben lasse, weiß ich, dass Tag X kommen wird“, sagt Christiane und erzählt uns, wie sie diese traurige Zeit erlebt hat.

 „Alle meine Tiere sind in meinem Armen eingeschlafen.“

Seit meiner Geburt waren Hunde schon immer ein Teil unserer Familie. Auch als ich älter wurde und ausgezogen bin, haben mich mindestens zwei Vierbeiner begleitet. Aktuell leben sechs Hunde mit uns, im Alter von Jung bis Senior. Somit ist es unausweichlich, dass ein tierischer Liebling von uns geht. Alle meine Tiere sind bisher immer in meinen Armen gestorben und zweimal konnte ich den natürlichen Sterbeprozess mitbegleiten.

Vor etwa anderthalb Jahren ist meine 14-jährige Hündin Donja von uns gegangen. Sie hatte ihren Sterbeprozess sozusagen selbst eingeleitet und uns gezeigt, dass sie jetzt bereit ist zu gehen. Dieser Tag begann wie immer, sie hat gefressen, wir haben unsere Gassirunde gedreht, doch im Laufe des Tages hat sich ihr Verhalten verändert – sie war nicht mehr wirklich ansprechbar und hatte diesen Tunnelblick. Natürlich hatten sich auch vorher typische „Alterserscheinungen“ abgezeichnet: Sie schlief mehr und war bei den Spaziergängen etwas langsamer. Doch der Tag X war nicht absehbar.

Und dann ging alles ganz schnell. Donja legte sich hin und wollte nicht mehr aufstehen. Wir haben unseren Tierarzt kontaktiert, der uns sagte, dass wir uns und vor allem sie nicht stressen sollen und sie uns damit zeigt, dass sie gehen will. Und das haben wir dann auch getan. Nach einem tiefen letzten Atemzug schlief sie in meinen Armen ein.

Bei meiner anderen Hündin musste ich die Entscheidung treffen, ob sie noch bleiben darf oder schon gehen soll. Sie litt an einem irreparablen Lebertumor und war bereits 10 Jahre alt. Sie hatte schnell abgebaut und quälte sich. Das ist wohl eine der schwersten Entscheidungen, die ein Tierhalter treffen muss. So emotional und schwierig es auch ist, diese sollte immer zum Wohle des Tieres ausfallen. In ihrem gewohnten Umfeld und umgeben von Menschen und Tieren, die sie lieben, ist Baghira sanft in meinen Armen eingeschlafen. 

In solchen Situationen ist meine Familie und natürlich die anderen Hunde eine riesige Stütze, da sie mich auffangen. Denn jeder Hund hinterlässt eine Lücke im Herzen.  

Auch Hunde trauern um ihr Rudelmitglied

Unsere Vierbeiner sind ein festes funktionierendes Rudel und natürlich merken sie, wenn einer fehlt. Deswegen ist es mir wichtig, dass sie sich von ihrem Familienmitglied immer verabschieden können. Sie wissen dann, dass er geht und können „trauern“. Diese Trauer ist nicht gleich wie beim Menschen, aber man merkt, dass sie dann einfach ruhiger und zurückhaltender sind. Wenn normalerweise eher ein wenig Chaos und Stimmung herrscht, ist da einfach Stille.  

Tiergrab im heimischen Garten. © TASSO e.V.
Haustiere dürfen auch im heimischen Garten bestattet werden.

Einen Ort für Erinnerungen schaffen

Jeder geht mit dem Verlust des Haustieres anders um, für mich ist es wichtig, dass meine tierischen Lieblinge irgendwie immer bei mir sind. Daher sind einige bei uns im Garten vergraben und die größeren Vierbeiner stehen in einer Urne bei uns Zuhause. Und wenn mir danach ist, zünde ich eine Kerze an. Das gibt mir im Inneren Wärme und ich denke ganz bewusst an die verstorbenen Lieblinge.

Trauer hat keine Regeln

Es gibt keine Richtlinien und kein Richtig oder Falsch, wie man um sein Tier trauert oder in solch einer Situation damit umgeht. Einige brauchen erstmal Abstand und wollen kein weiteres Tier haben. Andere wollen einem weiteren Vierbeiner ein neues Zuhause geben. Kein Tier ersetzt ein anderes – jeder tierische Freund ist ein Individuum und bleibt immer in Erinnerung.

Im Ernstfall sind meine Tiere gut versorgt

Nach all den Jahren wird der Abschied nicht einfacher. Aber man lernt, das Thema Tod nicht wegzuschieben, sondern sich damit auseinanderzusetzen. Ich habe das Glück, eine „tierverrückte“ Familie zu haben. Sollte der Ernstfall eintreten und mir etwas passieren, weiß ich, dass meine tierischen Lieblinge alle gut versorgt werden und es ihnen gut gehen wird. Das wurde alles geregelt und auch schriftlich festgehalten. 

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