Angst in der Tierarztpraxis

8 Tipps, um Hunde auf den Tierarztbesuch vorzubereiten

Ein Hund der von einem Tierarzt am Ohr untersucht wird. © Thinkstock
Ein Hund bei einer Untersuchung in der Tierarztpraxis.

Schutzimpfung, Krankheit oder Notfall – es gibt viele Gründe für einen Besuch in der Tierarztpraxis. Doch auch bei unseren Tieren ist es wie beim Menschen, nur die wenigsten gehen gerne zum Arzt oder zur Ärztin. Einige Hunde gehen mit dem Tierarztbesuch ganz entspannt um, für andere Vierbeiner bedeutet es wiederum Stress, Unwohlsein, Angst oder sogar Panik.

Doch Halter und Halterinnen können ihrem Tier dabei helfen, die Angst zu reduzieren. Fangen Sie zum Beispiel rechtzeitig an, Ihren Vierbeiner auf regelmäßige Tierarztbesuche vorzubereiten. Hier finden Sie 8 Tipps für einen entspannten Besuch mit Ihrem Hund in der Praxis:  

Wie kann ich meinem Hund die Angst vor dem Tierarztbesuch nehmen?

  1. Terminvereinbarung:
    Vermeiden Sie mit Ihrem ängstlichen Hund, wenn möglich, den Besuch der offenen Sprechstunde. Vereinbaren Sie lieber einen Termin. Teilen Sie Ihre Sorgen und Wünsche dem Praxisteam vorab mit und beschreiben Sie die Besonderheiten Ihres Hundes (Angst vor Menschen, Aggression gegenüber Artgenossen, schlechte Vorerfahrung etc.). So kann sich das Team bestmöglich auf Ihren Hund einstellen und evt. notwendige Vorkehrungen treffen, die Ihnen und Ihrem Hund den Besuch erleichtern.
     
  2. Medical Training: 
    Bereits zu Hause können Sie damit beginnen, die Angst Ihres Hundes bei Pflegemaßnahmen und körperlichen Manipulationen so gering wie möglich zu halten. Üben Sie mit Ihrem Hund, dass Sie ihm angstfrei ins Ohr schauen, Maul und Zähne kontrollieren und den Körper vorsichtig abtasten können. Verbinden Sie diese „Körperkontrolle“ mit vielen Leckerlies und steigern Sie die Schwierigkeit nur langsam, sodass sich Ihr Hund dabei nicht unwohl fühlt. Bauen Sie dieses Training gezielt in Ihren Alltag mit einem für den Hund vorhersehbaren Kontext ein. Nutzen Sie zum Beispiel immer die gleiche Unterlage, auf der sie diese Übungen durchführen.
     
  3. Bleiben Sie entspannt: 
    Auch wenn es schwerfällt, für Sie als wichtigste Bezugsperson Ihres Hundes gilt es, Ruhe zu bewahren. Bleiben Sie entspannt. So verhindern Sie, dass Ihre Anspannung den Stress Ihres Hundes zusätzlich verstärkt. Wenn das für Sie nicht möglich ist, bitten Sie eine weitere Person, die Ihnen und Ihrem Hund vertraut ist, Sie zu begleiten. So können Sie sich bei Bedarf kurz rausnehmen und sich selbst beruhigen.
     
  4. Professionelles Hundetraining: 
    Ist Ihr Hund allgemein sehr ängstlich und reagiert sensibel auf Außenreize oder fremde Personen, kann es sinnvoll sein, einen Trainer oder eine Trainerin zu engagieren. Im Training können die Ängste Ihres Hundes gezielt abgebaut werden. Das wirkt sich nicht nur positiv auf den Besuch in der Tierarztpraxis aus, sondern auch auf den gesamten Alltag und die Beziehung zu Ihrem Hund.
     
  5. Stress vermeiden: 
    Treffen auf Artgenossen im Wartezimmer, fremde Gerüche, Menschen und eine unbekannte Umgebung – für einige Hunde kann das ein zusätzlicher Stressfaktor sein. Um das zu umgehen, können Sie vor Ort beispielsweise noch eine kurze Runde drehen oder je nach Wetter auch mit Ihrem Tier im Auto oder vor der Praxis warten. Hinterlassen Sie Ihre Handynummer und lassen Sie sich vom Praxisteam informieren, wenn Sie dran sind.
     
  6. Frühen Termin vereinbaren: 
    Im Laufe des Tages gehen viele Tiere durch die Praxisräume. Versuchen Sie morgens gleich einen der ersten Termine in der Praxis zu bekommen, sodass die Räume noch möglichst neutral riechen. Steigern Sie sich dann zeitlich langsam, um eines Tages auch ganz entspannt einen Termin in der Mittagszeit oder am Abend wahrnehmen zu können.
     
  7. Happy visits“:
    Die meisten Praxen freuen sich, wenn Sie mit Ihrem Hund auch unabhängig von Beschwerden hin und wieder vorbeischauen. Diese sogenannten „Happy visits“ können genutzt werden, um ein paar Leckerlies und Streicheleinheiten abzustauben und vielleicht einen stressfreien Gang auf die Waage einzulegen. So baut Ihr Hund positive Assoziationen mit den Tierarztbesuchen auf und verbindet sie nicht immer nur mit Spritzen, Bauchschmerzen und unangenehmen Gefühlen.
     
  8. Maulkorbtraining:
    Es gibt im Leben viele Situationen, in denen ein Maulkorb für Ihren Hund hilfreich ist. Insbesondere ängstliche Hunde können bei Überforderung und Panik, wenn Sie keine Fluchtmöglichkeit sehen, auch mal schnappen oder beißen. Eine tierärztliche Untersuchung ist in solchen Fällen oft deutlich gründlicher möglich, wenn der Hund einen Maulkorb trägt. Aber auch Hunde, die noch nie Angst, Unwohlsein oder Aggression im Kontakt mit Menschen gezeigt haben, können bei starken Schmerzen auf eine Untersuchung mit plötzlichem Abwehrverhalten, wie Beißen, reagieren. Wenn Ihr Hund den Maulkorb als etwas Positives kennengelernt hat, kann er diesen auch in der Tierarztpraxis problemlos und stressfrei tragen.
     
  9. Lernen von Geburt an: 
    Junge Hunde und Welpen sollten schon früh an den Tierarztbesuch gewöhnt werden. Je früher sie die Situation kennenlernen, umso besser können sie später damit umgehen. Vereinbaren Sie zum Beispiel einen Kennenlerntermin ohne Untersuchung oder setzen Sie sich mit Ihrem Vierbeiner mal einen Moment ins Wartezimmer. Achten Sie darauf, dass Ihr Welpe viele positive Verknüpfungen mit der Tierarztpraxis machen kann, nehmen Sie zum Beispiel einen Kauartikel mit, den Ihr Hund während des Gesprächs verzehren kann oder packen Sie ein aufregendes neues Spielzeug ein, mit dem sich die Tierärztin oder der Tierarzt beliebt machen kann.
     
  10. Sympathie und Vertrauen: Bei all den Vorbereitungen spielt auch die Sympathie zwischen allen Beteiligten eine große Rolle. Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin vertrauen können und sich kompetent beraten und ernstgenommen fühlen. Auch auf Ihren Hund und seine Besonderheiten sollte vertrauensvoll eingegangen werden.

Wie finde ich die passende Tierarztpraxis?

Für Halter:in und Tier ist es wichtig, von Anfang an die passende Tierarztpraxis zu finden, in der Sie und Ihr Hund rundum gut betreut werden. Doch wie findet man diese?

  • Vertrauen ist wichtig: 
    Ohne Vertrauen geht es nicht. Wenn Sie mit Ihrem Liebling in der Tierarztpraxis sind, sollten Sie Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin vertrauen können. Neben der fachlichen Kompetenz ist es auch wichtig, dass sich Zeit für Ihre Belangen genommen wird, indem Ihnen alle Schritte erklärt und Ihre Fragen beantwortet werden. Wenn das Personal entspannt und hilfsbereit ist und eine gewisse Ruhe ausstrahlt, lässt sich manche Behandlung leichter überstehen.
     
  • Erfahrung und Spezialisierung: 
    Erkundigen Sie sich nach den Fachgebieten des Tierarztes oder der Tierärztin. Sollte Ihr Hund eine seltene oder komplizierte Krankheit haben, können Sie auch schon bei der Suche auf Spezialisierungen achten. Eine gute Haustierarztpraxis überweist Sie bei speziellen Problemen und Fragestellungen auch gerne an Spezialist:innen, mit denen Sie gute Erfahrung in der Zusammenarbeit gemacht haben.
     
  • Notdienst: 
    Erkundigen Sie sich, an wen Sie sich im Notfall wenden können. Je nach Region gibt es zentral organisierte Ringnotdienste aller Praxen der Region. Ihre Praxis informiert Sie auf Nachfrage gerne über den eigenen und den organisierten Notdienst

Kennen Sie schon den TASSO-Service „Tierärzte in Ihrer Nähe“? Hier können Sie Tierarztpraxen und Tierkliniken nach Fachgebiet und Umgebung filtern. Damit Sie auch im entscheidenden Moment den richtigen Kontakt parat haben.

Denken Sie bei jedem Tierarztbesuch daran, alle wichtigen Dokumente Ihres Tieres mitzunehmen. Dazu gehört unter anderem: Impfpass/EU-Heimtierausweis, Dokumente zu Krankheiten/Medikamenten und Voruntersuchungen etc. Oft hilft es auch, eine kleine Liste zu machen und alle Fragen und wichtigen Details zur Krankengeschichte auszuschreiben. So vergessen Sie in der Aufregung nichts. Besonders bei ängstlichen Hunden und Hunden mit negativen Vorerfahrungen lohnt es sich, einen gut sitzenden Maulkorb mitzunehmen, so müssen nicht erst verschiedene Modelle in der Praxis getestet und eingestellt werden.


Ist es ein tierischer Notfall?

Sollte es sich bei Ihrem Tier um einen Notfall handeln, sollten Sie unbedingt in der diensthabenden Tierarztpraxis oder der Tierklinik anrufen und Bescheid geben, dass Sie unterwegs sind. So können bereits entsprechende Vorbereitungen für eine schnelle Versorgung getroffen und erste Hilfestellungen telefonisch gegeben werden. Manchmal ist es gar nicht so leicht zu entscheiden, ob ein Notfall vorliegt oder nicht. Im Ernstfall kann diese Entscheidung aber von großer Bedeutung sein. Unsere Grafik „Wann ist mein Tier ein Notfall?“ hilft in solchen Situationen.

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